Dreiwässern

Das Naturschutzgebiet «Dreiwässern» in Feusisberg SZ gehört zu den Amphibienlaichgebieten von nationaler Bedeutung. Über Jahrzehnte hat der WWF Schwyz das Gebiet gepflegt und weiterentwickelt – zuletzt mit einem umfassenden Aufwertungsprojekt, das von 2021 bis 2024 umgesetzt wurde. Ziel war es, die Lebensräume für Amphibien wie Grasfrosch, Erdkröte, Gelbbauchunke oder Alpensalamander langfristig zu sichern und zu verbessern.

Mehr über das Gebiet und seine Bewohner erfahren sie hier.

Ausgangslage

Die heutigen Lebensräume in den Dreiwässern entstanden auf einer ehemaligen Kiesgrube («Bleiken»), die Anfang der 1980er‑Jahre aufgefüllt und rekultiviert wurde. Schon früh engagierte sich der WWF Schwyz für den Erhalt der wertvollen Feuchtgebiete:

  • Renaturierung des Absetzbeckens in den 2000er‑Jahren: Der WWF stabilisierte das ehemalige Schlammabsetzbecken und schuf damit ein wichtiges amphibienreiches Gewässer.
    Im Winter 2004/2005 wurde eine undichte Stelle im Damm saniert.
  • Erste Laichgewässer für die Gelbbauchunke: In der Tümpelzone entstanden drei neue Gewässer – ein zentraler Schritt, um die seltene Art zu fördern.
  • Laufende Arbeitseinsätze und Unterhalt: Dank regelmässiger Massnahmen wie Schilf mähen, Entbuschen oder Ausbaggern einzelner Tümpel blieb der Lebensraum abwechslungsreich und funktional.

Diese frühen Schritte legten die Grundlage für das naturschutzfachlich bedeutende Gebiet, das wir heute kennen.

Aufwertungsprojekt 2021-2024

Mit den Jahren verlandeten Gewässer, Strukturen verbuschten und der Wasserhaushalt veränderte sich. Deshalb initiierte der WWF Schwyz gemeinsam mit Fachstellen, Korporation und Bewirtschaftern ein neues, umfassendes Aufwertungsprojekt.

  • Tümpelzone
    Bestehende verlandete Gewässer wurden ausgehoben, neue Kleingewässer geschaffen und ein vernetztes Grabensystem mit Stautafeln angelegt. Der natürliche Wasserhaushalt wurde gestärkt – ohne künstliche Abdichtung.
    Ein neuer Erdweg erleichtert künftig die Pflege.
  • Unterer‑Geissboden 

    Ein neues Grabensystem mit sechs Stautafeln sorgt für eine stabile Wasserversorgung des Flachmoors. Zusätzliche Gewässer entlang des Waldrands bieten neue Laichmöglichkeiten. 

  • Waldrandaufwertungen

    Holzschläge, Totholzstrukturen und Astbeigen verbessern die Lebensräume für Amphibien, Insekten und Reptilien.

  • Besucherlenkung

    Da inoffizielle Wege zu Störungen führten, werden neue Hinweistafeln und ein Holzgatter installiert, die Besucher:innen auf die offiziellen Wege leiten.

Vernetzung zweier national bedeutender Gebiete

Neben den Dreiwässern liegt die «Kiesgrube Minder», ebenfalls ein Amphibien-Hotspot von nationaler Bedeutung. Damit beide Lebensräume langfristig funktionieren, braucht es Trittsteinbiotope entlang des Kanalwegs.
Durch das Projekt konnte ein Pflegevertrag zwischen Kanton und Korporation Wollerau initiiert werden – ein wichtiger Schritt für eine stabile Vernetzungsachse.

Erfolgskontrolle 2024

Die Erfolgskontrolle zeigt deutlich:

  • Alle neuen Laichplätze werden genutzt.
  • Besonders die Gelbbauchunke profitiert.
  • Mehrere Arten sind vertreten: Erdkröte, Grasfrosch, Wasserfrösche, Gelbbauchunke, Bergmolch, Alpensalamander.
  • In den Wegrandbiotopen wurden Hunderte Jungtiere gezählt.

Langfristige Sicherung und Übergabe

Nach rund 40 Jahren engagierter Arbeit übergibt der WWF Schwyz mit Abschluss des jüngsten Bauprojekts die Verantwortung für Pflege und Weiterentwicklung an den Kanton. Pflegeverträge sichern die langfristige Betreuung des Gebiets.
Nebst grossen Eigenleistungen erhielt der WWF Schwyz Unterstützung durch Stiftungen, Sponsoren und zahlreiche Spender:innen – vielen herzlichen Dank!

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