Hopfräben - wie weiter?

28. Juli 2018

Der WWF Schwyz als Umwelt- und Naturschutzorganisation ist von der Entwicklung in der Hopfräben nicht erfreut. Er hat sich voll hinter die nach mehreren Jahren verab-schiedete Schutzverordnung und deren zügige Umsetzung gestellt und sieht nun die Schutzziele gefährdet.

Die Hopfräben ist ein Flachmoor rechts der Mündung der Muota gelegen und befindet sich auf dem Gebiet der Gemeinde Ingenbohl. Schon seit langen dient das Gelände neben der traditionellen Streuenutzung auch als Erholungs- und Freizeitgebiet für die Bevölkerung von Brunnen. Vor mehr als 40 Jahren, als sich der Druck der Bevölkerung auf dieses Naturjuwel laufend verstärkte und das Baden und Picknicken im gesamten Uferbereich und das Flanieren und Hundeausführen im Flachmoor überhandnahm und zu Nutzungskonflikten führte, leitete man erste Massnahmen zu einer Unterschutzstellung ein. Leider konnte wegen den vielen Interessen keine befriedigende Lösung gefunden werden. Mit der Annahme der Moorschutzinitiative im Jahre 1987 wurde die Hopfräben zu einem Flachmoor von nationaler Bedeutung und somit der Kanton beauftragt, eine entsprechende Schutzverordnung zu erlassen. Auch dieser Prozess dauerte Jahre und lange Diskussionen, bis dann 2016 eine rechtsgültige vom Stimmvolk angenommene Schutzverordnung erlassen werden konnte, die ein allseits akzeptierter  Kompromiss der zahlreichen verschiedenen Nutzungsinteressen darstellt.

Als Nächster Schritt, galt es nun die vordringliche Nutzungsentflechtung und Schutzvorgaben in einem Projekt umzusetzen. Als Bauherr konnte die Stiftung ReNatura gewonnen und die Finanzierung für den Baubeginn 2018 sichergestellt werden.

Gegen das aufgelegte Projekt erhoben unter anderem auch die Schutzorganisationen ProNatura, Birdlife und Heimatschutz Einsprache. Bemängelt wurden Details, die aber nun zu einigen Verbesserungen des Projektes geführt haben. Die Renaturierung eines Naturschutzgebietes ist nie abgeschlossen, ist es doch die Umwelt und Natur, welche sich ständig im Wandel befinden und immer wieder zu Verbesserungen führen werden.

Aus solchen Überlegungen wurden auch einige im Projekt nicht berücksichtigten Einsprachepunkte abgewiesen.

Leider konnte sich der Schwyzer Heimatschutz damit nicht abfinden und hat nun Beschwerde eingereicht.

Der Stiftung ReNatura läuft nun die Zeit davon und die Lust und die Motivation ist ebenso weg. Es muss damit gerechnet werden, dass das Projekt aufgegeben werden muss und das bereits investierte Geld verloren ist. Der Zustand in den Hopfräben bleibt dann derselbe wie in den letzten vierzig Jahren und man wird sich mindestens weitere zehn Jahre um die Benutzung der Hopfräben zwischen Bade- und Picknickfreunden, Fischern, Böötlern, Campern, Wanderern, Bikern, Spaziergängern und Hundefreunden streiten. Auf der Strecke bleibt sicher der Naturschutz.

Der WWF Schwyz hat von Anbeginn die Schutzverordnung und deren Umsetzung durch die Stiftung ReNatura unterstützt – er sieht sich deshalb genötigt, eine entsprechende Klarstelung zu veröffentlichen, um nicht als destruktive Naturschutzorganisation wahrgenommen zu werden.  

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