Für eine lebendige Muota

13. April 2019

Die ebs Energie AG strebt eine Neukonzessionierung ihrer Wasserkraftwerke entlang der Muota an. Leider erfüllt das Auflageprojekt die Natur- und Gewässerschutzgesetze noch nicht. Die Umweltschutzverbände waren deshalb trotz langer und intensiver Verhandlungen gezwungen, Einsprache zu erheben. Gemeinsam mit Betreibern und Kanton gilt es jetzt, das Projekt so zu verbessern, dass es den geltenden Gesetzen entspricht. Für umweltschonenden Strom für Schwyz, für einen wertvolleren Erholungsraum für uns Menschen und für eine lebendige Muota.

In einer gemeinsamen Medienmitteilung halten Aqua Viva, Pro Natura und WWF folgendes fest: 

Die Muotakraftwerke brauchen ab 2030 eine neue Konzession zur Nutzung der Wasserkraft. Die Wasserkraft muss dann die neuen gesetzlichen Anforderungen, z.B. zum Gewässer- und Naturschutz erfüllen.  Die in die Jahre gekommenen Kraftwerke haben hier grossen Nachholbedarf, sie halten wichtige Umweltstandards nicht ein. Die ebs hat mit dem Auflageprojekt grosse Anstrengungen unternommen, um den heutigen Anforderungen Rechnung zu tragen. Es sind aber wichtige Projektverbesserungen nötig, damit gesetzliche Mindeststandards eingehalten und gefährdete Lebensgemeinschaften und Lebensräume erhalten beziehungsweise renaturiert werden. Dazu gehört:

  • die Sanierungsmassnahmen für die Wasserkraft vor der Konzessionsvergabe zu klären: Diese stellen die Grundlage für die Bewilligung der Konzession dar. Die Restwassersanierung ist verspätet und muss verfügt werden. Zudem ist unklar, wie der Kraftwerkbetreiber sicherstellen möchte, dass Fische wieder wandern können, der Geschiebehaushalt stimmt und die Muota nicht durch ständige künstliche Schwallfluten belastet wird, denn die Verfügungen dazu fehlen.
  • vom Projekt betroffene gefährdete Arten und Lebensräume, darunter Seeforellen, Moore, Quell- und Karstgebiete, ausreichend zu schützen. Es braucht griffige Massnahmen und Garantien, dass diese durch die erneute Wassernutzung über die nächsten 80 Jahre nicht noch mehr geschädigt werden und überleben können.
  • den Wasserhaushalt in der von der Nutzung betroffenen Gewässerstrecken zu verbessern, denn Tiere im Wasser wie Fische, Insekten und Amphibien sind auf natürlichere Abflussverhältnisse angewiesen.
  • die gesetzlich geforderten Massnahmen für die Natur richtig zu planen: Einige der geplanten Ersatzmassnahmen sind zu begrüssen, insgesamt reichen sie aber nicht aus. Sie halten zudem gesetzliche Wasserbauvorgaben nicht ein.

 «Das Muotatal und seine Gewässer, Quell- und Moorgebiete sind ökologisch äusserst wertvoll, und im Unterlauf Heimat bedrohter Fischarten wie der einzigartigen Muota-Seeforelle. Diese sind dringend auf Projektverbesserungen und die Einhaltung der geltenden Umwelt- und Gewässerschutzgesetze angewiesen», sagt deshalb auch Werner Meier, Geschäftsführer WWF Schwyz. Die Muotakraftwerke produzieren nur dann umweltschonenden Strom, wenn sie auch die Verantwortung der Natur gegenüber wahrnehmen. Dies bedeutet, es muss für einen ausgeglichenen Wasserhaushalt, Schutz der wertvollen Lebensräume im Muotatal und angemessene Renaturierungsmassnahmen gesorgt werden. Nur so stimmt die Bilanz zwischen Schutz der Natur und Nutzung für die Wasserkraft – eine Grundvoraussetzung für die Nutzung des öffentlichen Guts Wasser für weitere 80 Jahre.

Die Umweltverbände versuchen deshalb weiterhin, die nötigen Verbesserungen in konstruktiven Verhandlungen mit den Betreibern einzubringen. Für umweltschonenden Strom für Schwyz und für eine lebendige Muota.

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