30 Jahre nach Rothenthurm: Wie geht es den Mooren?

06. Dezember 2017

30 Jahre nach Annahme der Moorschutz-Initiative («Rothenthurm-Initiative») veranstaltete der Schwyzer Umweltrat (SUR) seine Generalversammlung in Rothenthurm. Das Fazit: Es geht dem Grossteil der Schweizer Moore schlechter denn je. Pro Natura, BirdLife und WWF kritisieren die enormen Defizite im Vollzug der gesetzlichen Pflicht vehement. Für die Werterhaltung und den Unterhalt der Moore sind deutlich mehr Mittel nötig, so wie dies die Bundesverfassung eigentlich vorsieht. Die Umweltverbände fordern ein umgehendes Handeln von Bund und Kantonen.

Am 6. Dezember 2017 jährt sich die Annahme der Rothenthurm-Moorschutz-Initiative zum 30. Mal. Dank dem deutlichen Ja der Schweizer Stimmbevölkerung sind diese wertvollen Lebensräume für seltene Tier- und Pflanzenarten, mystischen Landschaften und wichtigen CO2-Speicher unter strengem Schutz. Seither wurde ein Teil der Moore aufgewertet und konnte so erhalten werden. Doch in 80 Prozent der Hochmoore besteht dringender Sanierungsbedarf und in gegen 70 Prozent der Flachmoore nimmt die unerwünschte Verbuschung zu. Heute existieren in der Schweiz nur noch rund 10 Prozent der ursprünglichen Moorflächen.

Vom Austrocknen bedroht

Den Mooren geht durch künstliche Entwässerung das Wasser aus, und durch indirekte Düngung aus der Landwirtschaft und Stickstoffeinträge aus der Luft drohen seltene und geschützte Pflanzen ganz zu verschwinden. Diesen Befund, von der Wissenschaft und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) seit Jahren wiederholt, hat erst kürzlich auch die Organisation für Entwicklung und Zusammenarbeit (OECD) bestätigt.

Einfache Lösung

Um die Moore in der Schweiz langfristig als funktionierende Ökosysteme, als Lebensräume für Vögel, Libellen oder fleischfressende Pflanzen, als CO2-Speicher sowie als beeindruckende Landschaftselemente zu erhalten, nützt eine ganz simple Massnahme: Es braucht mehr Geld für konkreten Moorschutz in den Kantonen, damit die Moore so unterhalten werden, wie es die Verfassung vorsieht. Die Umweltorganisationen fordern, dass der Bund und die Kantone diese Mittel umgehend bereitstellen. Die Kosten werden mit jedem ungenutzten Jahr höher.

Parlament zielt in andere Richtung

Geschützte Landschaften und schützenswerte Lebensräume stehen politisch zunehmend unter Druck. So fordert die Parlamentarische Initiative Eder eine Lockerung des Schutzes der schönsten Landschaften (BLN-Gebiete) und der bedeutendsten Ökosysteme, um darin Bauvorhaben zu erleichtern. Dagegen werden sich die Umweltverbände zur Wehr setzen. 

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